Samstag, 10. Januar 2015

Sonntagsbrötchen - ganz einfach und schnell

Ich liebe ein ausgedehntes Frühstück. Das z’Morge wie es auf Schweizerdeutsch heisst,  ist meine allerliebste Mahlzeit des Tages. Mir so richtig Zeit nehmen dafür tu ich allerdings nur am Wochenende. Auch wenn ich eigentlich ausschlafen könnte gehöre ich eher zu den Frühaufstehern, Monsieur J. hingegen ist ein richtiger Langschläfer. Wenn sich in der Wohnung jedoch ein Duft von frisch gebackenen Brötchen ausbreitet, dann schafft es auch mein Liebster vor Mittag aus den Federn.

Diese Sonntagsbrötchen sind also mein ganz persönliches Druckmittel zum Aufstehen. Und das Beste daran ist, dass man – anders als wenn man einen Zopf bäckt – gar nicht viel früher aufstehen muss. Die Vorbereitung findet am Vorabend statt. Zudem ist das Rezept super einfach - wirklich.    




Sonntagbrötchen (ergibt ca. 10 Stück)
  • 500 g Weizenmehl (Halbweissmehl)
  • 340 g lauwarmes Wasser
  • 20 g Hefe
  • 1.5 TL Salz


1.  In einer Schüssel die Hefe in lauwarmem Wasser auflösen.

2. Mehl und Salz hinzufügen und alles gut zu einem glatten Teig kneten (Teig fühlt sich leicht feucht an)

3. Schüssel mit einem Deckel verschliessen und Teig über Nacht in den Kühlschrank stellen.

4. Am nächsten Morgen den Ofen auf 220°C vorheizen. Aus dem Teig kleine Brötchen formen und in den Ofen schieben. Brötchen ca. 20 Minuten backen.





Und womit bewegt ihr eure Liebsten aufzustehen?

Quelle: Lykkelig

Sonntag, 4. Januar 2015

Zwiebelkuchen

In den letzten Monaten war es ruhig hier auf dem Blog. Es war sonst so wahnsinnig viel los, dass ich kaum zum bloggen gekommen bin. Im November waren wir in Indien in den Flitterwochen, kulinarisch übrigens sehr zu empfehlen, auch für Vegetarier. Obwohl ich letzteres nicht bin, habe ich zwei Wochen komplett auf Fleisch verzichtet. Da Tiere im Hinduismus einen hohen Stellenwert haben, ernähren sich viele Hindus vegetarisch. Leider haben wir oft Tierhaltung beobachtet, die alles andere ist, als das was wir in der Schweiz als artgerecht bezeichnen würden. Dies war für mich persönlich der Hauptgrund für die Fleischabstinenz. Aber sowieso sind in Indien vegetarische Gericht überall erhältlich, sehr vielseitig und vor allem köstlich.

Im Dezember füllten dann die üblichen vorweihnachtlichen Anlässe den Terminkalender. Zudem fotografiere ich am liebsten bei Tageslicht, und in der winterlichen Dunkelheit ist dies äusserst schwierig. Und dann gibt es da noch ein neues Projekt, von dem ich bestimmt später mal berichten werde.



Aber jetzt ist das neue Jahr da, und ich habe mir fest vorgenommen, wieder mehr darüber zu schreiben, was in der Küche Kirschenzeit passiert (es ist nämlich nicht so, dass diese die letzten Monate kalt blieb). Ich beginne mit einem (fast vegetarischen) Zwiebelkuchen.  In der deutschsprachigen Küche werden Zwiebeln ja vor allem in kleinen Mengen als würzende Zutat verwendet. Die Zwiebel ist allerdings äusserst gesund, und darf ruhig mal eine Hauptrolle erhalten.  Zwiebeln helfen bei der Fettverbrennung, sie entgiften, wirken als Blutverdünner und senken den Cholesterinspiegel. Also genau das richtige nach den üppigen Festtagen.




Das Rezept stammt von Robert. Und obwohl Robert die Mengen gegenüber dem Originalrezept schon etwas „fettreduziert“ hat, habe ich es nochmals ein wenig „entschlankt“. Ich finde den Zwiebelkuchen auch so noch genug aromatisch und sättigend.

Die hübsche Form von Le Creuset war übrigens ein Weihnachtsgeschenk von meinem Schwager und seiner Freundin, die in Dänemark leben. Ich habe mir schon lange so eine gewünscht, sie haben es absolut getroffen. Mange tak!





Zwiebelkuchen (für eine Form 26 cm rund oder 19×28 cm Rechteck)

Teig
  • 200 g Weissmehl
  • 100 g Butter
  • 10-20 ml Wasser
  • 1 Ei
  • 4 g Salz


Füllung
  • 300 g Zwiebeln, geschält und in feinste Scheiben geschnitten
  • 30 g Landrauchschinken
  • 30 g Butter
  • 3.5 dl Halbrahm
  • 3.5 dl Milch
  • 2 Eier
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss, eine Prise Piment d’Êspelette
  • 1 EL Petersilie glatt, gehackt




1. Für den Teig die Kalte Butter in kleine Stücke schneiden und mit dem Mehl und Salz vermengen bis eine krümelige Masse entsteht (mit der Knetmaschine zuerst schnell, dann langsam kneten). Langsam Eier und soviel Wasser wie nötig dazugeben und kneten, bis ein glatter Teig entsteht. Den Teig eine halbe Stunde kühl stellen. Ofen auf 180°C vorheizen.

2.  Teig 2-3 mm dünn auswallen und in eine ausgebutterte Backform geben. Ca. 20 Minuten bei 180°C blind backen.

3. Ofen auf 210°C vorheizen. Die Zwiebeln schälen, halbieren und in feinste Streifen schneiden. Auf kleiner Stufe in der Butter ca. eine halbe Stunde dünsten. Den Landrauchschinken in feine Streifen schneiden und die letzten 5 Minuten mitdünsten.

4.  Für den Guss Rahm, Milch und Eier aufschlagen, würzen. Die gegarten Zwiebeln, Landrauchschinken und Petersilie darunter mischen.

5. Den Zwiebel-Eier-Rahm-Guss auf den vorgebackenen Teig giessen und bei 210°C während 25 bis 30 Minuten bei 210°C fertig backen.





In diesem Sinne: Ein frohes neues Jahr allerseits! 


Dienstag, 28. Oktober 2014

Baba Ganoush

Das waren sie wohl, die letzten Auberginen der Saison. Bald wird das Wintergemüse den Speiseplan dominieren. Deshalb wollte ich noch einmal etwas Besonderes aus den Eierfrüchten zubereiten – nämlich Baba Ganoush. Auberginenpüree ist in der orientalischen Küche allgegenwärtig. Je nach Land wird es als Dip, als Gemüse-Beilage oder als Salat serviert. Und es fehlt auf keiner Mezzeplatte. Die Zubereitungsarten sind so vielfältig wie die entsprechenden Länder. Im Iran zum Beispiel werden dem "Mirza Ghasemi"  zusätzlich Eier und Tomaten beigegeben. Das persische Auberginenmousse hat mir während unserer Iranreise willkommene Abwechslung von all den Fleischgerichten gebracht. Ich habe es häufig einfach mit Fladenbrot gegessen. In der Türkei heisst das Auberginenpüree Babaganuç und wird je nachdem auch mit Eiern oder mit Tahini (aber ohne Tomaten) zubereitet. 



Hier das Rezept für ein ganz klassisches Baba Ganoush: 
  • 2 grosse Auberginen 
  • 1 gepresste Knoblauchzehe
  • 1/2 Bio-Zitrone: Schale und Saft
  • 3 EL Olivenöl
  • 1-2 EL Tahini (Sesampaste)
  • ein Bund klein gehackter Petersilie
  • 1/2 Bund klein gehackter Pfefferminze
  • 1/2 Granatapfel
  • 1 Prise Kreuzkümmel
  • Salz und Pfeffer




1. Die Auberginen rundum mit einer Gabel einstechen. Danach ca. 1 Stunde bei 220 Grad im Ofen rösten, bis die Schale schwarz und runzlig ist. Anschliessend auskühlen lassen. Wer einen Holzkohlengrill hat, kann die Auberginen auch auf dem Grill rösten, das gibt ein hervorragendes Aroma. 

2. Die Schale vom Fruchtfleisch entfernen (kann einfach abgezogen werden). Das Fruchtfleisch in einem Sieb abtropfen. 
  
3. Knoblauchzehe, Zitrone, Olivenöl, Tahini, Petersilie und Minze unter das Auberginen-Fruchtfleisch mischen. Mit Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer abschmecken. 

4. Mit Granatapfelkernen dekorieren. 

  


Es schmeckt herrlich mit Fladenbrot. Zum Beispiel als Apéro. 

Quelle: annabelle.ch



Mittwoch, 15. Oktober 2014

Ristorante Da Luigi

Monsieur J. und ich gehen gerne nach Zürich zum Essen. Die Auswahl an guten und geschmackvollen Restaurants ist gross. Mögen wir den Weg nicht auf uns nehmen, fahren wir ins ganz nahe Baden. Das schmucke Altstädtchen bietet auch ein paar gute Restaurants. Ich weiss auch nicht, woher der Drang kommt, Restaurants in den Städten aufzusuchen. Denn auch in der Agglo gibt es hervorragende Restaurants. Die sind vielleicht weniger durchgestylt, werben nicht mit Bio-Zutaten oder shabby chic-Möbeln. Dafür servieren sie ehrliches, bodenständiges Essen, das ausgezeichnet schmeckt. So ein Restaurant ist das Da Luigi in Wettingen.
Obwohl wir jetzt schon eine ganze Weile hier wohnen, hat es uns letztes Wochenende das erste Mal zu Signore Luigi verschlagen. Nachdem uns mehrfach gesagt wurde, dass es da die besten Pizzen gibt, mussten wir das natürlich selbst ausprobieren. Das Ristorante Da Luigi ist von aussen eine eher unscheinbare Pizzeria. Die Einrichtung ist einfach und gemütlich, die Bedienung aufmerksam und freundlich. 
Zur Vorspeise nehmen wir einen Salat. Dazu werden kleine Brötchen aus Pizzateig serviert. Damit kann eine Pizzeria bei mir gleich punkten. Anschliessend teilen wir uns eine Pizza Sorpresa – mit Auberginen und Rohschinken. Der Pizziaolo hat die Pizza bereits geteilt und die beiden Hälften werden auf zwei Tellern serviert. Natürlich kommt die Pizza ganz frisch aus dem Holzofen. Sie hat den unverkennbaren Holzofen-Geschmack. Der Teig ist knusprig, nicht zu dick und nicht zu dünn. Diese Pizza schafft es auch auf meiner Liste ganz bestimmt unter die besten in der Schweiz verspeisten Pizzen. Ausserdem muss man hier keine Angst haben, nicht satt zu werden. Wir müssen Beide ein Stück übrig lassen (da habe ich doch zu viele Brötchen zum Salat verdrückt). Weil es dem Mann unangenehm ist (die Pizza war ja wirklich ausgezeichnet) schiebt er mir seine Reste rüber. Wenn eine Frau nicht alles aufisst, scheint es weniger schlimm zu sein. Getrunken haben wir einen Ripasso, der im Offenausschank serviert wird und für einen Offenwein sehr gut ist.
Zum Dessert wählt Monsieur J. Panna cotta con frutti di bosco – und ich einen zweiten Löffel.
Wer im Raum Baden/Wettingen eine hervorragende Pizza essen möchte, sollte auf alle Fälle im Da Luigi einkehren. Vom Essen über den Service stimmt hier alles. Und zum Abschied gibt es einen kräftigen Händedruck der Serviertochter.

Sonntag, 5. Oktober 2014

Ratatouille-Ravioli mit Salbeibutter

In letzter Zeit war hier nicht gerade viel los. Dafür sonst furchtbar viel. Monsieur J. und ich sind nach Italien gefahren und haben nochmals Hochzeit gefeiert (weil Heiraten so schön ist!). Die letzten Wochen vor der Hochzeit war da kaum Zeit für etwas anderes, schon gar nicht für Blogeinträge. So wunderschön das Heiraten auch ist, es ist mindestens so anstrengend. Gekocht wurde im Hause Kirschenzeit trotzdem ab und zu. So präsentiere ich jetzt ein Rezept, das wir vor ziemlich genau einem Monat gekocht haben. Es war eine Woche vor der Hochzeit, als mein Schwager (wau, ich hab jetzt einen Schwager) und seine Freundin zu Besuch kamen. Damals haben wir uns auf Italien eingestimmt. Zum Aperitivo nippten wir an einem Aperol Spritz und die hausgemachte Pasta assen wir unter der angenehmen Abendsonne. Ich erinnere mich an wunderschöne Stunden auf der Terrasse als wäre es gestern gewesen. Es war die Zeit voller Vorfreude: vor den Ferien, vor dem Hochzeitswochenende mit all unseren Lieben, vor den Tagen am Strand. Und jetzt? Jetzt ist mein ganz persönliches Highlight 2014 passé. Aber das Schöne am Bloggen ist, dass man kulinarische Erlebnisse nochmals Revue passieren lassen kann. Und somit auch die schönen kleinen Geschichten, die dem Kulinarischen den Rahmen geben. Danke euch dreien, für den herrlichen Sommerabend und die Erinnerung an wunderschöne Stunden.  




Ratatouille Ravioli mit Salbeibutter

Pastateig
  • 450 g Weissmehl
  • 5 Stück Eier

Füllung
  • 2 kleine grüne Zucchini
  • 1 Aubergine
  • 1 rote Peperoni
  • 1 gelbe Paprikaschote
  • 2 Knoblauchzehen
  • Rosmarin und Thymian
  • 30 ml Olivenöl
  • 1 El Tomatenpurée
  • Salz
  • Pfeffer
  • Harissa
  • 2 El Brotbrösel (von hellem Brot)
  • 1 Ei

Salbei-Butter
  • 100 g Butter
  • 50 g Semmelbrösel
  • Eine Handvoll Salbei
  • Eine Handvoll Pinienkerne




1. Für den Teig Eier verquirlen und mit dem Mehl zu einem Teig verarbeiten. Nimmt der Teig das Mehl nicht vollständig auf, noch wenig Wasser beifügen. Nun den Teig mit den Handballen während 5 Minuten kneten; er soll elastisch und von eher fester Konsistenz sein. In Klarsichtfolie wickeln und mindestens 1 Stunde ruhen lassen.

2. Zucchini, Aubergine und Peperoni waschen und in ganz feine Würfel schneiden. Den Knoblauch schälen und fein hacken, Rosmarin und Thymian ebenfalls fein hacken.

3. In einer Bratpfanne Olivenöl erhitzen und das Gemüse mit Knoblauch und Kräutern anbraten. Tomatenpurée, Salz, Pfeffer, Zucker und Harissa beifügen.  Anschliessend die Gemüsemasse etwas abkühlen lassen, dann Brotbrösmel und Ei untermischen.

4. Pinienkerne ohne Fett etwas anrösten.

5. Den Pastateig hauchdünn ausrollen (hab ich mit einer Nudelmaschine gemacht) und dann grossen Ravioli daraus formen (wenn man keine Form hat kann man Kreise mit einem Glas ausstechen und nach dem Befüllen halbieren). Ca. 2 TL Füllung auf eine Hälfte geben und Ravioli zusammenfalten. Ränder gut andrücken (z. B. mit einer Gabel).



6. In einer grossen Pfanne Wasser zum Kochen bringen, salzen. Die Ravioli ca. 10 Minuten ziehen lassen.


7. Butter in einer Pfanne erhitzen und die Semmelbrösel darin goldbraun anrösten. Salbeiblätter hinzugeben. Die Butter und mit den Pinienkerne über die Ravioli geben.



Quelle: Grain de Sel