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Montag, 21. Juli 2014

Pizza

Unsere Nachbarn sind Italiener. Ein pensioniertes Ehepaar, die gleichzeitig Hauswart in unserem 4-Parteien-Haus sind. Gutherzig und hilfsbereit, gleichzeitig tadelnd auch, wenn man die Waschmaschine nicht schön ordnungsgemäss zurücklässt. Ordnung soll schliesslich sein. Die Rollen der beiden sind klassisch traditionell verteilt: Er ist zuständig für alles rund ums Haus, sie hat die Hoheit in der Küche. Ich mag sie. Sie ist immer für einen Schwatz zu haben und wirkt sehr fürsorglich. Ich glaube sie mögen uns auch ganz gut. Das heisst die Frau mag vor allem Monsieur J. Zu mir ist sie auch nett, aber den Monsieur J., den himmelt sie jeweils an. Jaja, mein Verlobter weiss wie er mit seinem Charme Frauen um den Finger wickeln kann.




Dank seines Charmes komme auch ich in den Genuss der besten Pizza in ganz Agglo. Ab und zu kommt es nämlich vor, dass die Nachbarin klingelt und uns von ihrer selbst gemachten Pizza Margherita bringt. Ob sie wohl denkt, Monsieur J. kriegt bei mir nicht genug zu essen? Nein, Spass bei Seite. Eine sehr nette, nachbarschaftliche Geste, die ich nicht mehr missen möchte. Und die Pizza, ich sag's euch, die schmeckt wie in Italien, wirklich. Nun sind die Nachbarn in den Ferien, 3 Monate Süditalien. Will heissen, so lange gibt’s keine Pizza in unserem Hause. Damit dem nicht so ist, haben wir uns einen Pizzastein angeschafft. Mit diesem wird der Boden schön knusprig, fast wie beim Italiener. Die erste Pizza auf dem Pizzastein war wunderbar. Aber so sehr nach Italien wie bei unseren Nachbarn hat sie noch nicht geschmeckt. Es wird Zeit, dass die Nachbarn wieder nach Hause kommen.





2 Pizzas
  • Teig
  • 0.25 Würfel Hefe
  • 1 dl lauwarmes Wasser
  • 190 g Mehl
  • 0.5 TL Salz 
  • 1 EL Olivenöl 


Belag
  • Rohschinken
  • Peperoni 
  • Pilze
  • Mozzarella
  • Cherry Tomaten
  • Sugo Napoletana
  • Kräuter wie z. B. Oregano 




1. Pizzastein im 240°C heissen Backofen während mindestens einer Stunde vorheizen. 

2. Für den Teig Hefe im lauwarmen Wasser auflösen. Mit Mehl, Salz und Olivenöl vermischen. Zu einem Teig kneten. Den Teig halbieren und zwei Kugeln formen. Mit einem feuchten Tuch zudecken und mindestens 20 Minuten ruhen lassen. 

3. Für den Belag Mozzarella in Scheiben schneiden. Schinken in Stücke rupfen. Peperoni, Pilze und Cherry Tomaten in Scheiben schneiden. 

4. Teig auf wenig Mehl sehr dünn auswallen. Mit dem Sugo bestreichen. Zutaten darauf verteilen. 

5. Pizzas einzeln während 3 bis 4 Minuten auf dem Pizzastein backen. Kurz vor dem Herausnehmen  Basilikum auf der Pizza verteilen. 



Die Gewürzmischung, die meine Nachbarin verwendet, die muss ich noch ausfindig machen. Fortsetzung folgt... 

Sonntag, 23. Februar 2014

Risotto ai funghi porcini e spinaci

Habe ich schon erwähnt, dass Italiens Küche meine Liebste ist? Sie ist so vielseitig wie das Land selber, so geschmacksintensiv und gleichzeitig bodenständig. Gerichte schmecken auch ohne unzählige Zutaten und viel Schnickschnack hervorragend. In ihrem Werk „Aus Italiens Küchen“ gibt Marianne Kaltenbach einen Einblick in ihre heimliche Liebe, die Küche Italiens. Kaltenbach lebte in einer Zeit, als die italienischen Rezepte noch nicht selbstverständlich in die schweizerische Alltagsküche eingeflossen sind. Ihre Rezepte haben jedoch nichts an Aktualität verloren –  im Gegenteil, sie sind zeitlos wie der italienische Sinn für Genuss.





Das Risotto-Original, welches mit Safran gekocht wird, stammt ursprünglich aus Mailand. Der Legende nach viel einem Schüler eines Glaskünstlers versehentlich etwas Safran, den er für Gelbtöne im Glas verwendete, in den brodelnden Risottotopf. Die Farbe des fertig gekochten Risottos war so schön, dass das neue Gericht innert kürzester Zeit in der ganzen Stadt bekannt wurde.

Bei uns steht heute ein Bruder des Risotto Milanese auf dem Plan: Risotto mit Steinpilzen und Spinat.




Risotto ai funghi porcini e spinaci
  • 200 g Blattspinat
  • 30 g getrocknete Steinpilze
  • 2 EL Butter
  • 2 gehackte Zwiebeln
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Gewürznelke
  • 1 grosse Knoblauchzehe
  • 4 gehackte Salbeiblätter
  • 400 g Violone-Reis
  • 2.5 dl herber Weisswein
  • Salz, Pfeffer
  • 1.25 l Fleischbouillon
  • 100 g frisch geriebener Sbrinz
  • 1 EL Butter




1. Steinpilze 30 Minuten in lauwarmes Wasser einlegen.

2. Spinat ohne Flüssigkeit dünsten, bis er zusammenfällt.

3. 1 EL Butter schmelzen, Zwiebeln, abgetropfte Pilze, Lorbeerblatt, Gewürznelke, zerquetschte Knoblauchzehe und Salbei darin anziehen lassen. Reis beifügen und so lang e wenden, bis er glasig ist.

4. Mit der Hälfte des Weissweins ablöschen. Wenn er verdunstet ist, Salz und Pfeffer beifügen und Fleischbouillon dazu giessen. Ca. 15 Min. ziehen lassen. Darauf achten, dass der Reis niemals trocken wird. Nach Bedarf den restlichen Wein dazu giessen.

5. Unterdessen Spinat gut auspressen. In 1 EL Butter andünsten, bis alle Flüssigkeit verdampft ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

6. Den Spinat locker unter den gekochten Reis mischen.

7. Die Hälfte des Käses und die Butter dazugeben. Gut mischen und sofort anrichten. Den restlichen Käse auf den Tisch stellen.



Quelle: Marianne Kaltenbach: „Aus Italiens Küchen“.


Dienstag, 22. Oktober 2013

Gnocchi alla mamma con Ragù alla Bolognese




Meine Freundin, Arbeitskollegin und einzige wirkliche weibliche Bezugsperson hier in der Agglogemeinde – hat italienische Wurzeln und bereitet ab und zu Gnocchi zu. Nach dem Rezept ihrer Mutter. Das ist nirgends niedergeschrieben, sondern wird von Mutter zu Tochter weitergegeben. Und mit mir auch an nicht-Familienmitglieder. Denn Natürlich bin ich sofort dabei, als D. mich einlädt, ihr zu helfen. Zu zweit macht kochen schliesslich noch mehr Spass. Und vor allem geht es ruckzuck. Den Teig hat die Gute bereits vorbereitet, denn er muss ausgekühlt sein, um ihn zu verarbeiten. Als ich dazu stosse, müssen wir den Klumpen Teig nur noch in Gnocchi umwandeln. Und das geht so schnell, dass anschliessend noch genügend Zeit für einen Kaffee in der späten Herbstsonne bleibt. 


Gnocchi alla mamma

  • 1 kg Kartoffeln (mehligkochend)
  • 400 g Mehl
  • 1 Ei

1. Kartoffeln mit Schale kochen bis sie gar sind. Heiss schälen und durch das passe-vite passieren. Auskühlen lassen. Ei verquirlen und mit dem Mehl hinzugeben. Alles zu einem Teig verarbeiten. 


2. Teig in fingerdicke Rollen formen und in 2 cm dicke Stücke schneiden. Etwas bemehlen (damit sie nicht aneinander kleben). Die Gnocchi können so gut eingefroren werden.


3. Die Gnocchi ins kochende Salzwasser geben, warten bis sie auftreiben – abschöpfen – anrichten. 





Aber was wären die kleinen Kugeln ohne eine passende Begleitung? Ich habe die Gnocchi mit Ragù alla Bolognese (also Sauce Bolognese) angerichtet. Das Rezept stammt aus Marianne Kaltenbachs „Aus Italiens Küchen“. 




Ragù alla Bolognese

  • 100 g Pancetta
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Karotte
  • 1 Stückchen Sellerieknolle
  • 50 g Butter
  • 300 g Hackfleisch
  • 1 Gewürznelke
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 dl guter Rotwein
  • 2 dl Fleischbouillo
  • 1 EL Tomatenpüree
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss
  • 2 dl Milch


1. Pancetta, Zwiebel, Karotte und Sellerie fein hacken. Mit Butter, gehacktem Fleisch, Gewürznelken und Lorbeerblatt in eine Pfanne geben. Sehr gut anbraten, bis Fleisch und Gemüse leicht gebräunt sind. 


2. Mit Wein und ½ Glas heisser Bouillon ablöschen. Verdampfen lassen, dann restliche Bouillon beifügen. Wiederum verdampfen lassen, und mit Tomatenpüree, Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. 


3. Die Milch erhitzen und dazugiessen. Die Pfanne zudecken und die Sauce leise köcheln lassen, bis die Milch eingekocht ist. 


4. Wenn nötig nachwürzen. Die Kochzeit beträgt ab dem Moment, wo die Milch zugegossen wird, ca. 1 Stunde. 


5. Sauce unter die Gnocchi geben – finito. 





Buon appetito.