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Mittwoch, 15. Oktober 2014

Ristorante Da Luigi

Monsieur J. und ich gehen gerne nach Zürich zum Essen. Die Auswahl an guten und geschmackvollen Restaurants ist gross. Mögen wir den Weg nicht auf uns nehmen, fahren wir ins ganz nahe Baden. Das schmucke Altstädtchen bietet auch ein paar gute Restaurants. Ich weiss auch nicht, woher der Drang kommt, Restaurants in den Städten aufzusuchen. Denn auch in der Agglo gibt es hervorragende Restaurants. Die sind vielleicht weniger durchgestylt, werben nicht mit Bio-Zutaten oder shabby chic-Möbeln. Dafür servieren sie ehrliches, bodenständiges Essen, das ausgezeichnet schmeckt. So ein Restaurant ist das Da Luigi in Wettingen.
Obwohl wir jetzt schon eine ganze Weile hier wohnen, hat es uns letztes Wochenende das erste Mal zu Signore Luigi verschlagen. Nachdem uns mehrfach gesagt wurde, dass es da die besten Pizzen gibt, mussten wir das natürlich selbst ausprobieren. Das Ristorante Da Luigi ist von aussen eine eher unscheinbare Pizzeria. Die Einrichtung ist einfach und gemütlich, die Bedienung aufmerksam und freundlich. 
Zur Vorspeise nehmen wir einen Salat. Dazu werden kleine Brötchen aus Pizzateig serviert. Damit kann eine Pizzeria bei mir gleich punkten. Anschliessend teilen wir uns eine Pizza Sorpresa – mit Auberginen und Rohschinken. Der Pizziaolo hat die Pizza bereits geteilt und die beiden Hälften werden auf zwei Tellern serviert. Natürlich kommt die Pizza ganz frisch aus dem Holzofen. Sie hat den unverkennbaren Holzofen-Geschmack. Der Teig ist knusprig, nicht zu dick und nicht zu dünn. Diese Pizza schafft es auch auf meiner Liste ganz bestimmt unter die besten in der Schweiz verspeisten Pizzen. Ausserdem muss man hier keine Angst haben, nicht satt zu werden. Wir müssen Beide ein Stück übrig lassen (da habe ich doch zu viele Brötchen zum Salat verdrückt). Weil es dem Mann unangenehm ist (die Pizza war ja wirklich ausgezeichnet) schiebt er mir seine Reste rüber. Wenn eine Frau nicht alles aufisst, scheint es weniger schlimm zu sein. Getrunken haben wir einen Ripasso, der im Offenausschank serviert wird und für einen Offenwein sehr gut ist.
Zum Dessert wählt Monsieur J. Panna cotta con frutti di bosco – und ich einen zweiten Löffel.
Wer im Raum Baden/Wettingen eine hervorragende Pizza essen möchte, sollte auf alle Fälle im Da Luigi einkehren. Vom Essen über den Service stimmt hier alles. Und zum Abschied gibt es einen kräftigen Händedruck der Serviertochter.

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Alti Braui Liestal

Manchmal wünschte ich, das Freundschaftsnetz bliebe genauso wie es ist. Denn es fühlt sich schön warm an, so wie es ist. Es bleibt aber nicht immer genau gleich. Wir alle entwickeln uns und bewegen uns. Und das ist gut so. Schon mehrmals sind gute Freunde weggezogen. In eine andere Region der Schweiz, in ein anderes Land. Meistens war die Liebe „schuld“. Jüngst ist eine gute Freundin ein bisschen weiter weg von mir gezogen. Nicht sooo viel weiter, aber immerhin, in einen anderen Kanton. Von den jetzt zu bewältigenden ÖV-Verbindungen rede ich erst gar nicht. Aber egal, Freundin ist Freundin und da spielen Kantonsgrenzen keine Rolle. Und einen grossen Vorteil hat es, wenn man „seine“ Leute in verschiedenen Ecken zuhause weiss: Man lernt die unterschiedlichsten Restaurants kennen. Wie sonst wäre ich im Restaurant "Alti Braui" in Liestal gelandet?

Die Alti Braui ist ein authentisches und ein bisschen urchiges Wirtshaus in der Liestaler Altstadt. Tritt man ein, wird man sofort von einem heimeligen Gefühl umgeben. Die Holztische und die denkmalgeschützten Wandmalereien versprühen einen historischen Charme. Auf der Speisekarte setzen die Wirtsleute auf Regionalität und Saisonalität. Sie variiert entsprechend dem täglichen Angebot der Produzenten. Die Abendspeisekarte mit ihren fünf Hauptgerichten wechselt alle zwei Wochen komplett. Und für jene, die den Überraschungseffekt nicht so schätzen, serviert die Küche auch Pizzas, deren Belag man frei von der Leber selbst bestimmen kann. Fertigprodukte gibt’s hier nicht, alle Gerichte werden frisch zubereitet – auch der Pizzateig.

Meine Freundin bestellte ein Zitronen-Pilz-Risotto im Parmesankörbchen. Ich entschied mich für den Seeteufel im Speckmantel auf Tomatenbulgur.Beides schmeckte ausgezeichnet.

Mittwoch, 25. September 2013

Zu Besuch bei Mamma Enza



Ab und zu plagt mich das „Heimweh“. Nach Basel. Zwar bin ich weder in Basel aufgewachsen noch habe ich sehr lange in Basel gewohnt (genau genommen waren es 1 Jahr und 3 Monate, dann ist die Liebe dazwischen gekommen). Aber zuhause ist ja immer auch dort wo die guten Freunde sind. Und in meinem Fall leben viele in oder in der Nähe von Basel.


Einen Ort zu vermissen hat ja auch seine schönen Seiten. Ist man dann da, geniesst man die Zeit umso intensiver. Man versucht den Ort aufzusaugen, damit es wieder reicht bis zum nächsten Mal… Gemeinsam mit Freundin S. und Freundin H. schlendern wir an diesem Herbstabend durch die Strassen im Kleinbasel. Freundin H., die im genannten Quartier aufgewachsen ist, zeigt wo sie zur Schule ging, wo sei früher eingekauft haben, und auf welchem Spielplatz sie gespielt hat. Aber genug der Nostalgie. Unser Ziel ist Mamma Enza, ein kleine italienische Tattoria.


Nach langem hin und her – das heisst wie immer hat  Freundin H. schon lange gewählt, während dem Freundin S. und ich uns noch 10mal umentscheiden, bestellen wir einen Antipastiteller - der ist gemäss dem Kellner die Spezialität des Hauses. Einzelne Gäste kämen extra wegen dem deswegen.  Uns überzeugt die genannte Vorspeise nicht wirklich, so unvergesslich sind die verschiedenen Antipasti nicht. Dafür schmeckt der Hauptgang ausgezeichnet. Freundin H. kriegt die zweierlei Gnocchi nach Mamma Enza’s Art (aktuell mit Trüffel) und ich entschiede mich für die Ravioli mit Feigen und Ricotta. Für Aufsehen sorgen aber die Bandnudeln mit Langustinos der Freundin S. Der Kellner erklärt S. auf eine anzügliche Art, wie sie denn die Langustinos zu essen hätte. Zitat: „Da musst du dran saugen… Ja saug mal dran“. Wir denken alle das Gleiche: mach dich mal dünne und lass uns in Ruhe essen.  Ach ja, ich sollte noch erwähnen, dass er unser Essen, nachdem er es hingestellt hat, noch mit seinem Handy abfotografiert hat. Wo gibt’s denn sowas? Foodporn (also das Fotografieren von Essen und meistens auch das ins Netz stellen der Fotos) betreiben heute ja viele. Ich inklusive. Aber als Kellner das Essen von Gästen fotografieren? Geht gar nicht. 


Fazit: Das Essen ist ausgezeichnet, die Ambiance gut, die Bedienung ein bisschen lästig…

Irgendwann sitze ich wieder im Zug in Richtung Agglo. Und stelle mir vor, wie’s wär wieder in der Stadt am Rheinknie zu leben. Arrivederci Basilea. 




Freitag, 14. Juni 2013

Mediterrane Glücksgefühle mitten in Zürich



 

Einer der ersten Frühsommertage – da zieht es auch Monsieur J. und mich auf die Strassen. Was ich an Südeuropa liebe sind die Restaurants in den Gassen – dort wo das Leben pulsiert. Einen solchen Ort gibt es auch mitten im Zürcher Niederdorf: Das Restaurant Mère Catherine. Unter den gestreiften Sonnenschirmen zwischen alten Gemäuern wähnt man sich gleich irgendwo in den Ferien und vergisst, dass man in der Schweiz ist. 

Die Karte ist Französisch inspiriert. Logisch, dass unser Essen aus dem Meer kommt. Nach dem frischen Salat bestellt Monsieur J. Riesencrevetten Pesto und Knoblauchbrot, ich entscheide mich für den Wolfsbarsch auf Chorizo mit kleinem Gemüse. Die Gerichte schmecken ausgezeichnet, der Wein dazu ebenso. Oft teilen wir ein Dessert (oder besser gesagt, Monsieur J. bestellt eins und ich esse ihm die Hälfte weg). Diesmal wollen wir beide nicht teilen, und bestellen zweimal Joghurtmousse mit frischen Erdbeeren. Sehr gut. 

So viel Süden, Sommer und Lebensgefühl – ich bin fast überfordert, alles aufsaugen zu können. Mit dem Eindunkeln bestellen wir die Rechnung und ziehen gestärkt in die junge Zürcher Frühsommernacht.  

Sonntag, 17. Februar 2013

Hämmerli Palace

Aus aktuellem Anlass (Geburtstag des Ältesten und Master-Abschluss des Jüngsten) luden die Eltern meines Liebsten  zum Essen ein. Und zwar in das perfekte Restaurant um ein paar gemütliche Stunden in ungezwungener Atmosphäre zu verbringen: das Hämmerli Palace in Lenzburg. Das Interieur ist absolut nach meinem Geschmack: Holztische, antike Schränke zur Geschirraufbewahrung, allerlei Verspieltes an den Wänden und Kerzen, die von ein paar Kronleuchtern unterstützt für warmes Licht sorgen.
Zum Apéro wurde selbstgebackenes Brot mit Rohschinken sowie Oliven für die Vegetarierin unter uns gereicht. Dann ging es los mit dem österreichisch angehauchten Viergänger. Im Hämmerli Palace werden bei jedem Gang die Schüsseln und Platten auf den Tisch gestellt und jeder nimmt sich so viel, wie er mag (es wird ausreichend aufgetischt - und falls nicht darf man nachbestellen). Zuerst wurde Salat mit einem ausgezeichneten italienischen Dressing aufgetischt. Einziger Wehrmutstropfen: Der Vorspeise bestand nicht ausschliesslich aus Saisonalem, ein paar Gurken und Tomaten, die in dieser Jahreszeit halt einfach über keinerlei Aroma verfügen, haben sich ebenfalls in den Salat verirrt. Die faden Gurken waren beim nächsten Gang aber bereits wieder Geschichte: die Gastgeberin servierte Penne an einer zarten Buttersauce, gespickt mit Speckwürfelchen. Die vegetarische Variante bestand aus Penne an einer rassigen Tomatensauce. Der dritte Gang war mit dem perfekt gegarten Rindsfilet, dem Weissweinrisotto und den geschmacklich ausgezeichneten Bohnen das Highlight. Das Dessert bestand passend zu den Österreicher Wochen aus Kaiserschmarrn mit Zwetschgenkompott. Ich hatte aufgrund mangelnder Gelegenheiten noch nie Kaiserschmarrn gegessen und war sehr erstaunt, wie lecker die Süssspeise doch schmeckt!
Das Hämmerli Palace ist auf alle Fälle einen Besuch Wert. Das Menu ist jeden Tag ein Anderes und wird somit mit ganz frischen Zutaten zubereitet. Es gibt nur ein Menu – was einem die Entscheidung, und die darauffolgenden Zweifel ob man das Richtige gewählt hat, abnimmt. Der Gast kann vom ersten Moment an einfach geniessen ohne nachzudenken. Mir persönlich gefällt, dass die Schüsseln wie bei Mutti auf den Tisch gestellt werden. Ebenfalls ein Hingucker sind die verschiedenen Teller mit den Blumenmuster. Die Hausherrin mag etwas dominant wirken, hat uns aber jeden Wunsch erfüllt.
Auch die anwesende Regierungsrätin konnte im Hämmerli Palace ungestört das Mahl geniessen, was zusätzlich für die Qualität des Ortes spricht.

Sonntag, 27. Januar 2013

Rebstock Baden



Das Restaurant Rebstock in Baden sieht von aussen ziemlich heruntergekommen aus, ist im Innern aber eine kleine Perle. Das Lokal ist rustikal eingerichtet, mit Holztischen und ohne viel Schnickschnack. Die kleine Speisekarte, die an der Wand – und nur an der Wand – hängt,  beinhaltet neben Cordon Bleu mit Pommes Frites vor allem indische Gerichte. Da das Lammcurry alle war, haben meine gute Freundin und ich beide den indischen Vegiteller bestellt – absolut deliziös und vom (wahrscheinlich indischen) Koch persönlich serviert.
Pünktlich zum Essen betrat dann auch noch ein Musiker-Trio – bestehend aus einem Gitarristen und zwei Geigenspieler – das Restaurant und gab ein paar Schnulzen zum Besten.  Eine Szene, wie ich sie vorwiegend aus dem Ausland kenne und die man in der Schweiz eher selten erlebt.  
Fazit: Atmosphäre super, Essen und Wein hervorragend und eine Karaffe Leitungswasser gab es anstandslos dazu. Das Restaurant ist auf jeden Fall einen Besuch wert!